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Digitalisierung: Ein alter Hut?

„Noch ein Artikel über die Digitalisierung?“, wird sich nun manch eine(r) fragen. Ja, denn die Digitalisierung ist ein unverzichtbares Thema infolge des technischen Fortschritts. Um wettbewerbsfähig zu sein und zu bleiben, scheint es unumgänglich, auf den digitalen Zug aufzuspringen. Die Digitalisierung ist viel diskutiert – sei es auf Kongressen, Blogs oder Nachrichtenportalen – und dennoch scheint sie nicht überall angekommen zu sein. Oder doch?

Digitalisierung
Quelle: kaboompics

Ins Überlegen kam ich durch einen Artikel, den ich vor einiger Zeit in der Zeitschrift w&v entdeckt habe. Dort befand sich ein interessantes Interview mit dem Zukunftsforscher Matthias Horx. Anlässlich des veröffentlichten Zukunftsreports 2017 sprach er über künftige Entwicklungen, die in diesem Jahr, aber auch in den nächsten Jahren eine Rolle spielen werden. Ein Thema darunter war auch die Digitalisierung. Seine Meinung dazu:

Sie [die Digitalisierung] wird falsch und übertrieben eingeschätzt […]. Eigentlich ist Digitalisierung ein alter Hut, Computer und Rationalisierung verändern seit zwanzig, dreißig Jahren die Arbeitswelt. Aber heute wird Digitalisierung immer mit gigantischen Disruptionen gleichgesetzt, mit dem Zusammenbruch ganzer Märkte. Das ist übertrieben, Digitalität ist einfach nur ein gutes Instrument, das man nicht nur zur Rationalisierung, sondern auch zur Ermächtigung von Kunden und Mitarbeitern einsetzen kann. Die Horrorgeschichte, dass demnächst alle Jobs durch Roboter ersetzt werden, ist Blödsinn. Gerade in den Dienstleistungssektoren, im kreativen Bereich spielt der Mensch auch künftig die Hauptrolle.

Eine steile These, könnte man im ersten Augenblick denken. Doch da ist durchaus was dran, denn wenn man es recht betrachtet: Natürlich, die Digitalisierung ist kein Produkt der letzten zehn Jahre. Schon weitaus früher hat sie ihren Lauf genommen, Computer sind schon seit Jahrzehnten im Einsatz, um das nur mal als Beispiel zu nennen. Und doch ist sie präsenter denn je und, so scheint es, für viele Unternehmen bzw. Branchen noch Neuland und keineswegs ein alter Hut. Ganz im Gegenteil: Sie stehen gerade mal an Anfang mit der Digitalisierung, wenn überhaupt.

Ein Beispiel

So zeigte ein TV-Bericht im MDR kürzlich, dass laut Handwerkskammer Erfurt die Digitalisierung im Handwerk nur schleppend voranginge. Dazu gehören auch die persönlichen Dienstleistungen, wie das Friseurgewerbe, so Thomas Malcherek, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Erfurt. Insbesondere im Kundenkontakt und in der Kundenpflege gäbe es Nachholbedarf und gleichzeitig Potenzial durch Smartphones, Internet und Co.

Veränderungen im Zuge der Digitalisierung

Fakt ist: Die Digitalisierung hat eine Vielzahl von Märkten und überhaupt unser gesamtes Leben in großen Teilen verändert und tut es immer noch. Nicht nur die Produkte und Dienstleistungen unterliegen im Rahmen der Digitalisierung (d. h. durch den Einsatz digitaler Medien und des Internet) Veränderungen, sondern auch die damit verbundenen Geschäftsprozesse, Strukturen und Strategien. Kurzum: die Digitalisierung beeinflusst das gesamte Fundament innerhalb eines Unternehmens. Dazu gehört ebenso das Denken, weil mit ihr neue Anforderungen einhergehen und es dafür notwendig ist, sich an diesen Veränderungen entsprechend auszurichten.

Die Angst vor der Digitalisierung

Dass das für das ein oder andere Unternehmen teilweise überwältigend sein kann, wundert nicht. Oft tun sich Unternehmen noch schwer mit dem Thema. Ohne Frage: Es ergeben sich durchaus auch Risiken mit der Digitalisierung, doch an dieser Stelle knüpfe ich in ähnlicher Weise an Horx‘ Gedanken an: Unternehmen sollten dennoch keine Angst vor ihr haben. Anstatt von den schlimmsten aller Möglichkeiten auszugehen (Marktzusammenbruch, Wegfall von Arbeitsplätzen, …) ist es sinnvoller, sich bewusst zu machen, dass die Digitalisierung viele Vorteile in der täglichen Arbeit mit sich bringen kann, indem zum Beispiel Arbeitsprozesse vereinfacht werden, die Kommunikation zu Kunden, Partnern und Mitarbeitern erleichtert wird (Stichwort: Vernetzung) oder auch gänzlich neue Arbeitsplätze entstehen.

Aktive Mitgestaltung

Letztendlich müssen sich Unternehmen von der Sicht befreien, dass Digitalisierung etwas ist, dass unkontrolliert über sie hereinbricht. Es liegt in der Hand eines jeden Unternehmens, aktiv an der Digitalisierung mitzuarbeiten. Ein „ob, Digitalisierung eingesetzt wird“, steht hier fast außer Frage, denn eines ist klar: Auch wenn sie für Horx ein „alter Hut“ ist, so ist die Digitalisierung ein Thema, das nicht nur heute, sondern auch in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird. Und ja, vielleicht ist es gut, „das Digitale“ lediglich als ein Instrument zu betrachten. Schließlich können Unternehmen selbstbestimmt darüber entscheiden, für welche Zwecke sie digitale Technologien und Medien einsetzen wollen. Auf diese Weise ist es möglicherweise sogar leichter, Veränderungen anzustoßen und das Ganze nicht als unüberwindbares Hindernis anzusehen. Und das wäre doch schon mal ein guter Schritt.

Was denkt Ihr dazu? Ist Digitalisierung ein alter Hut oder doch eher Neuland? Wir sind gespannt auf Eure Meinungen!

Euer Scitotec-Team